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Die Geschichte von Linux

Die Geschichte von Linux ist mit der von Unix eng verflochten. Bis 1979 war Unix-Version 7 ein praktisch fast frei verfügbares System. Der Quellcode von Unix wurde bis dahin frei an Universitäten und andere Einrichtungen verteilt. Unix hatte damit als eines der ersten Betriebssysteme den Charakter eines freien, gut portablen Betriebssystems. In den folgenden 1980er Jahren drängte auch AT&T dazu, das gesamte System als proprietäres AT&T Unix zu vermarkten. Es durfte nun auch der AT&T-Quellcode nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht werden. Dies sorgte im universitären Umfeld für Unverständnis.

Der Erfinder von Linux Richard Stallman kündigte im September 1983 das GNU-Projekt an und startete es im Januar 1984. 1985 gründete er die Free Software Foundation (FSF) und schrieb die GPL (GNU General Public License), um freie Software innerhalb des amerikanischen Copyright-Systems zu ermöglichen.

Ziel des Projekts war ein unixähnliches POSIX-kompatibles Betriebssystem zu schaffen. Mittlerweile gibt es weitere Lizenzen mit ähnlichen Ansätzen (z.B. OAL) sowie mehrere Abwandlungen und Erweiterungen der GPL (z.B. LGPL). Auf diesem Wege verbreitete sich die GNU-Software sehr schnell und wurde von vielen Menschen weiterentwickelt. Es entstanden in kurzer Zeit eine Vielzahl von Programmen, so dass bereits Anfang 1990 genug GNU-Software bereitstand, um ein eigenes Betriebssystem daraus zu erstellen, aber es fehlte noch immer ein Kernel. Dieser sollte eigentlich im Projekt GNU Hurd entwickelt werden. Doch der als Mikrokernel ausgelegte Kernel entwickelte sich nur sehr schleppend, weil das Finden und Beheben von Fehlern (Debuggen) aufgrund technischer Besonderheiten sehr schwierig und aufwendig war.

Anfang der 1980er Jahre wurde das Projekt BSD, [Berkeley Software Distribution], vorgestellt. Ein Betriebssystem aus freier Software. Diese hatte sich aus Eigenentwicklungen der Universität Berkeley aus den Unix-Versionen der 4er Edition und folgender von AT&T entwickelt.

Da aber in den BSD-Versionen noch immer Code von AT&Ts Unix enthalten war, kam es Anfang der 1990er Jahre zu einem Rechtsstreit zwischen AT&T und der Universität Berkeley, der die Entwicklung von BSD stark einschränkte und einige Jahre stark verlangsamte.

Anfang der 1990er gab es also kein vollständiges, freies Betriebssystem. Die Zukunft von BSD war wegen des Rechtsstreits ungewiss. Das GNU-Projekt wurde zwar konstant weiterentwickelt und ausgebaut, verfügte aber über keinen UNIX-artigen Kernel.

Historische Entwicklung

Entstehung des Linux-Kernels

1991 begann Linus Torvalds in Helsinki mit der Entwicklung des Kernels, der später Linux genannt wurde. Anfänglich war es eine Terminalemulation, die Torvalds zum Zugriff auf die großen Unix-Server der Universität benutzte. Er schrieb das Programm hardwarenah und unabhängig von einem Betriebssystem, weil er die Funktionen seines neuen PCs mit einem Prozessor des Typs 80386, dessen x86-Befehlssatz auch heute noch zum Standard zählt, optimal nutzen wollte. Als Grundlage dienten dabei das Minix-System und der GNU-C-Compiler.

Am 25. August 1991 kündigte er in einem Usenet-Posting die Gruppe comp.os.minix dieses System an:

„Hallo alle da draußen, die Minix einsetzen -
Ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem (nur ein Hobby, wird nicht groß
und professionell sein wie GNU) für 386(486)AT-kompatible Rechner. Das
Projekt entwickelt sich seit April und beginnt fertig zu werden. Ich hätte gern
Rückmeldungen über Eigenschaften, die die Leute an Minix mögen/nicht
mögen, da mein Betriebssystem diesem in einigen Merkmalen ähnelt
(gleiches physikalisches Layout des Dateisystems (aus
Praktikabilitätsgründen) und einige andere Dinge).
Ich habe im Moment bereits die bash (1.08) und gcc (1.40) portiert, und es
scheint zu funktionieren. Das bedeutet, dass ich in einigen Monaten etwas
haben werde, womit man arbeiten kann, und mich interessiert, welche
Eigenschaften die meisten Leute gerne sehen würden. Alle Vorschläge sind
willkommen, aber ich kann nicht versprechen, dass ich sie auch einbaue :-)
Linus (xxx@xxx.helsinki.xx)
PS. Ja, es enthält keinerlei Minix-Code und das Dateisystem ist multi-
threaded. Es ist NICHT portierbar (es benutzt das 386er-Taskswitching etc.)
und wird vermutlich nie etwas anderes unterstützen als AT-Festplatten, da
ich nur solche besitze :-(“

Am 17. September 1991 wurde Linux in der Version 0.01 das erste Mal auf einem FTP-Server öffentlich zur Verfügung gestellt.

Der Name Linux

Eigentlich sollte Linux nach dem Willen von Linus Torvalds Freax heißen, eine Wortschöpfung aus Freak (Verrückter, aber auch jemand, der sich für etwas begeistert), Free für Freie Software und dem oftmals üblichen x in Anspielung auf die Ähnlichkeit zu Unix. Aus diesem Grund hatte Torvalds zu Beginn seiner Arbeit an dem System etwa ein halbes Jahr lang die Dateien unter Freax abgelegt. Auch den Namen Linux hatte sich Torvalds bereits überlegt. Um anderen Leuten die Möglichkeit zu geben, am System mitzuarbeiten oder Verbesserungsvorschläge zu machen, sollten die Dateien im September 1991 auf dem FTP-Server (ftp.funet.fi) der Helsinki University of Technology (HUT) abgelegt werden. Der damalige Verantwortliche für den Server, Ari Lemmke (Mitarbeiter am HUT), war mit dem Namen Freax nicht einverstanden, er bevorzugte den Arbeitsnamen Linux. Ohne mit Torvalds darüber zu diskutieren, nannte er den Bereich am Server einfach Linux, was Torvalds schließlich akzeptierte.

Linux unter der GNU GPL

Torvalds gab Linux zuerst unter einer eigenen, proprietären Lizenz heraus, entschied sich aber später dafür, die GNU GPL den übrigen Urhebern vorzuschlagen. Im Änderungsprotokoll zur Version 0.12 im Januar 1992 kündigt er die Lizenzänderung an. Die im Dezember 1992 veröffentlichte Version 0.99 ist die erste Version unter der GNU GPL. Dieser Schritt machte es möglich, Linux als freies Betriebssystem zu vertreiben. Das zog weltweit viele Programmierer an, die sich an der Entwicklung von Linux und GNU beteiligten. Linus Torvalds sagte Später in einem Interview, dass die Entscheidung, Linux unter die GNU GPL zu stellen, die beste gewesen sei. Es begannen einige Leute aus Neugier oder aus praktischen Gründen sich mit Linux zu beschäftigen. Im Vergleich zu den kostspieligen Unix-Workstations in UNI-Laboren oder Firmen hatte man nun die Möglichkeit auch auf wesentlich günstigerer PC-Hardware Test- und Programmiersysteme einzurichten. Dabei holte man sich zumeist über ans Internet angeschlossene Universitätsrechner via FTP die Installationsdateien und frei verfügbare Handbücher. Die Dateien wurden dann auf ganze Diskettenstapel mit bis zu 30 gepackten 5,25-Zoll-HD-Disketten mit je 1,2 MB übertragen. Die PostScript-Umwandlung der Dokumentation konnte auf einem ps-fähigen Drucker ausgedruckt werden. Man erkennt die damalige Vorgehensweise das System zu beschaffen, vorzubereiten und zu installieren. Da es damals noch sehr aufwendig war, traf man nur eine unbedeutende Anzahl von Linuxanwendern in entsprechenden Hochschul- Fachbereichen bzw. im beruflichen Umfeld an. Der GPL-Schritt war eine bedeutende Initialzündung zur weiteren Verbreitung.

GNU/Linux

Die Bezeichnung Linux wurde von Torvalds anfänglich nur für den von ihm initiierten Kernel genutzt. Der Kernel wurde aber häufig zusammen mit anderer Software ausgeliefert, vor allem der des GNU-Projekts. Da es zu dieser Zeit keinen anderen funktionierenden freien Kernel gab wurde GNU schnell zur meist genutzten Variante. Als im Laufe der Zeit der Name Linux auch häufig für diese Softwaresammlungen genutzt wurde, versuchte der Gründer des GNU-Projekts bald, den Namen GNU/Linux durchzusetzen. Im Juni 1994 wurde im GNU’s Bulletin mit den Worten „freier UNIX-Klon“ auf Linux verwiesen und im selben Jahr gab es das Debian-Projekt. Im Januar 1995 änderten sich die GNU’s Bulletin auf GNU/Linux. Im Mai 1996 gab Richard Stallman den Editor Emacs 19.31 heraus.

Tux, das Linux-Maskottchen

das ist ein bild

1996 kündigte Torvalds ein Maskottchen für Linux an. Larry Ewing erstellte daraufhin den ursprünglichen Entwurf des heute bekannten Maskottchens. Den Namen Tux schlug James Hughes als Ableitung von Torvalds UniX vor. Ein weiterer Grund für diese Konstruktion ist vermutlich auch, dass die Farben der Pinguine den Eindruck vermitteln, als würden sie einen Smoking tragen, der im Englischen tuxedo heißt.